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Merck KgaA Flüssigkristall-Geschäft beflügelt

24 Februar 2011 4.886 Klicks Keine Kommentare

Trotz der Rückschläge in der Entwicklung neuer Arzneimittel legt der Chemie- und Pharma-Konzern Merck eine Rekordbilanz vor. So ist der Gewinn im vergangenen Jahr um mehr als 70 Prozent gestiegen.

Mercks Flüssigkristall-Produktion in Süd Korea

Mercks Flüssigkristall-Produktion in Süd Korea.

Das 1668 gegründete Traditionsunternehmen aus Darmstadt ist mittlerweile einer der drei größten Hersteller von Flüssigkristallen auf der Welt. Das Unternehmen beliefert weltweit Produzenten von Flachbildschirmen mit den Flüssigkristallen. Der damit erwirtschaftete Umsatz überstieg nun erstmals die Marke von 1 Milliarde Euro. Die Flüssigkristall-Sparte trägt zwar nur ein neuntel zum Umsatz des Unternehmens bei, erwirtschaftet dafür aber eine Umsatzrendite von 52 Prozent.

Doch das einstige Kerngeschäft der Merck KgaA, die Arzneimittelentwicklung erfährt immer wieder harte Rückschläge. So ist der Hoffnungsträger, dass Multiple-Sklerose-Präparat namens Cladribin an der europäischen Zulassungsbehörde gescheitert. Merk hatte 2007 den Wirkstoff, sowie den Schweizer Hersteller für 10,6 Milliarden eingekauft. Die einzigen zwei Präparate die aktuell für Umsatz sorgen, sind das ebenfalls für Multiple-Sklerose eingesetzte Mittel Rebif und das Krebsmittel Erbitux. Das Präparat Rebif verzeichnete ein Umsatz von fast 1,7 Milliarden Euro und das Krebsmittel Erbitux einen Umsatz von 820 Millionen Euro.

Die zweite Sorge des Darmstädter Unternehmens ist das Geschäft mit nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln. Der Umsatz in der Sparte „Comsumer Health Care“ stagnierte als einzige Sparte des Unternehmens. Die schlechten Zahlen in der Geschäftssparte begründet das Unternehmen mit einer Umstrukturierung in China und einem Lagerbrand in Großbritannien.

Nun wird es Zeit für Merck das ehemalige Kerngeschäft wieder gewinnbringend zu betreiben, denn für die Arzneimittelentwicklung hat das Unternehmen noch keine geeigneten Nachfolger für die Zeit nach den beiden aktuellen Präparaten Rebif und Erbitux.