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Inflation

Inflation ist ein wirtschaftliches Phänomen, das eintritt, wenn in einer Volkswirtschaft ein Missverhältnis zwischen dem Angebot an vorhandenen Waren und Dienstleistungen und der vorhandenen Geldmenge besteht: In einer Inflation überwiegt in einer Volkswirtschaft die Geldmenge dem vorhandenen Angebot an Waren und Dienstleistungen: Auf eine Gütereinheit kommen nunmehr mehrere Geldeinheiten. Die Folge ist, dass das Geld weniger wert ist: Für einen Euro kann man also weniger kaufen als noch vor der Inflation.

Die Auswirkungen einer Inflation
Die Auswirkungen einer Inflation bekommen Verbraucher durch die Wertminderung des Geldes über einen bestimmten Zeitraum zu spüren. Durch steigende Preise sinkt die Kaufkraft des Einkommens. Verbraucher erhalten weniger Waren für ihr Geld. Der Verlust der Kaufkraft wirkt sich aber nicht nur auf private Verbraucher, sondern auch auf Regierungen und Unternehmen aus. Des Weiteren ist eine Folge hoher Inflation, dass die Bereitschaft der Menschen für ihre Zukunft Geld zu sparen sinkt und sie ihr Geld lieber gleich ausgeben. Aber auch Anleger, insbesondere die von festverzinslichen Wertpapieren wie Anleihen, Festgeld und Tagesgeld sind von einer Inflation betroffen: Für sie ist die Realwertentwicklung entscheidend, die wiederum bei steigender Inflationsrate absinkt.

Berechnung der Inflationsrate
Zur Berechnung der Inflationsrate wird ein Warenkorb erstellt, dessen Inhalt aus von Privathaushalten viel genutzten oder in Anspruch genommenen Waren und Dienstleistungen besteht. Außerdem wird Produkten, für die wir mehr Geld ausgeben, wie beispielsweise Autos, mehr Bedeutung zugemessen als solchen, für die wir wenig Geld ausgeben. Mithilfe des Warenkorbes wird dann ein Preisindex errechnet, der die Entwicklung einer Reihe von Einzelpreisen zwischen zwei bestimmten Zeitpunkten aufzeigt, die in Prozent ausgedrückt die Inflationsrate widerspiegelt: Bei einer Inflationsrate von 1,8 sind die Preise im Warenkorb im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Prozent gestiegen.

Berechnung und Veröffentlichung in Deutschland
In Deutschland übernimmt die Berechnung und Veröffentlichung der Inflationsrate in monatlichen Zeitabständen das Statistische Bundesamt. Die Berechnung bezieht sich auf den aktuellen Preisindex, der sich aus einem repräsentativen Warenkorb für eine durchschnittliche deutsche Familie mit 2,3 Mitgliedern ergibt und sich aus verschiedenen Kosten zusammensetzt. In diesem Warenkorb, der immer vom Basisjahr abhängt, befinden sich beispielsweise Nahrungsmittel und Bekleidungsartikel. Das bedeutet wiederum, dass je weiter man von diesem Basisjahr entfernt ist, desto weniger repräsentativ die Inflationsrate ist, da neue und auch günstiger gewordene Güter nicht im Warenkorb enthalten sind. So handelt es sich also bei der Berechnung der Inflationsrate nur um einen statistischen Wert, der Einzelverbraucher nicht berücksichtigt. Die monatliche veröffentlichte Inflationsrate bezieht sich immer auf den Vorjahresmonat und nicht auf den Monat vor der Veröffentlichung.

Harmonisierter Preisindex
Zudem berechnet das Statistische Bundesamt zusätzlich zum Verbraucherpreisindex für Deutschland einen harmonisierten Preisindex für europäische Zwecke, der zur Inflationsmessung im innereuropäischen Vergleich herangezogen wird. Dieser spiegelt die Preisentwicklung in den einzelnen Staaten unter Berücksichtigung nationaler Verbrauchsgewohnheiten wider. Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) wird außerdem dazu hergenommen, um bestimmen zu können, ob ein Mitgliedsstaat der Europäischen Währungsunion beitreten kann.